
Feldversuch Nr. 4
Langzeitversuch Schorfheide 2025 - 2030
Mit unserem vierten Feldversuch haben wir erstmalig eine Versuchsgenehmigung über sechs Jahre bekommen. So können wir gezielt über einen längeren Zeitraum beobachten, wie sich der H.I.T. im Boden verhält. Teile dieses Versuchs wurden außerdem durch ein Crowdfunding von euch finanziert und so überhaupt erst möglich gemacht!
Was wird gemacht?
Auf zwei verschiedenen Flächen unseres Praxispartners, der Schorfheider Agrargesellschaft (SAG), wird im Wechsel jedes zweite Jahr mit H.I.T. gedüngt. Als Vergleich dienen danebenliegende Streifen mit mineralischer Düngung.
Sechsjährige Genehmigung
Auf Grundlage von § 4 Abs. 4 und 5 der Düngemittelverordnung (DüMV) hat uns das Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) den H.I.T.-Einsatz für ganze sechs Jahre (2025 bis 2030) genehmigt. Der Versuch läuft als Wiederholungsprüfung auf zwei Teilflächen der (SAG) in Groß Schönebeck. Bevor wir jeweils 10 Tonnen Trockenmasse H.I.T. pro Hektar ausbringen, wird jede Charge im Vorfeld gründlich auf Qualität und Sicherheit geprüft und vom LELF freigegeben.
Das erfolgreiche Crowdfunding
Dieser Versuch ist kein Teil eines geförderten Forschungsprojektes mehr. Um die Finanzierung des Versuchs und der Laboranalysen dennoch zu stemmen, haben wir Anfang 2025 erfolgreich ein Crowdfunding durchgeführt. Dank der Unterstützung von 640 Menschen sind über 40.000 € zusammengekommen, mit denen wir den Feldversuch realisieren können! Danke!
Fragestellung
Dass H.I.T. als Dünger gut funktioniert, haben unsere Versuche von 2018 bis 2024 bereits gezeigt. In diesem Langzeitversuch wollen wir es genau wissen und untersuchen die Sicherheit bei wiederholter Anwendung:
- Seuchenhygiene: Verändern sich die Konzentrationen von Indikatororganismen für fäkale Keime im Boden, wenn mehrfach mit H.I.T. gedüngt wird
- Arzneimittelrückstände: Lassen sich nach mehrmaliger Anwendung Medikamentenrückstände im Boden nachweisen oder reichern sich Stoffe an?
- Boden- & Nährstoffentwicklung: Wie verhalten sich wichtige Bodenwerte wie der pH-Wert und die Nährstoffgehalte über die Jahre?
Was wird dafür untersucht?
- Seuchenhygiene & Pathogene: Wir untersuchen den Boden in 10 bis 50 cm Tiefe gezielt auf die Indikatorkeime Escherichia coli, Enterokokken, Salmonella spp. und Clostridium perfringens.
- Arzneimittelrückstände: In den obersten 25 cm des Bodens (Pflughorizont) führen wir ein Labor-Screening auf 99 Arzneimittelwirkstoffe sowie zusätzlich Ibuprofen und Paracetamol durch.
- Boden & Nährstoffe: Vor und nach jeder Ausbringung analysieren wir den Boden (0–25 cm) auf den pH-Wert sowie Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Bor (B), Kupfer (Cu), Mangan (Mn) und Zink (Zn).
- H.I.T.-Chargenprüfung: Jede H.I.T.-Charge lassen wir vorab durch akkreditierte LUFA-Labore streng nach den Vorgaben der DIN SPEC 91421 untersuchen.
Ergebnisse
Da unser Versuch von 2025 bis 2030 läuft, sind wir aktuell mitten im Prozess der Beprobung und Auswertung. Eine gute Nachricht vorab: Die H.I.T.-Mieten für die erste Ausbringung im Frühjahr 2025 wurden im Labor nach DIN SPEC 91421 geprüft und vollständig für den Versuch freigegeben!
Ausblick
Der Versuch läuft bis Ende 2030, wobei wir im jährlichen Wechsel auf Fläche 1 und Fläche 2 düngen und messen. Alle gewonnenen Daten übermitteln wir fortlaufend an das LELF. Unser Ziel mit diesem 6-jährigen Wiederholungsversuch: Wir liefern handfeste wissenschaftliche Belege, um Bedenken zur Keim- und Schadstoffsicherheit auszuräumen und den Weg für die dauerhafte Aufnahme von H.I.T. in die Positivliste der Düngemittelverordnung (DüMV) zu ebnen.





