Wertschöpfung
(Kompostierung) & co!

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Von der Linaerwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft

Die Probleme der Linearwirtschaft

Der heutige Umgang mit menschlichen Ausscheidungen ist das Paradebeispiel einer Linearwirtschaft. Für den Anbau unserer Lebensmittel werden Pflanzennährstoffe in Form von Düngemitteln energie- und ressourcenintensiv produziert und nach einmaligem Konsum im Abwasser aufwendig wieder vernichtet.
Für eine nachhaltige Entwicklung ist ein Umdenken hin zu einer Kreislaufwirtschaft unumgänglich. Denn menschliche Ausscheidungen beinhalten alle Nährstoffe, die unsere Feldfrüchte zum Wachsen brauchen, und könnten unsere Böden nach sachgemäßer Aufbereitung mit wertvollem Humus anreichern. Somit stellen unsere Ausscheidungen ein großes Potenzial für regionale Wertschöpfungsketten und die Einhaltung von Klimazielen dar!

Düngemittel wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium werden unter hohem Energieaufwand chemisch hergestellt oder in Bergwerken extrahiert und verursachen insgesamt 1,5% des globalen Energieverbrauchs!
Felder werden damit gedüngt. Der Eintrag von künstlichem Stickstoff verursacht Nitrat im Grundwasser und N2O-Emissionen (300 mal klimaschädlicher als CO2). Phosphat-Dünger ist zunehmend mit Cadmium und Uran belastet, weil hochwertige Lagerstätten weltweit immer seltener werden. Die Nährstoffe, die unsere Nahrung zum Wachsen dem Boden entzogen haben, verlassen den menschlichen Körper in Form von Urin und Kot. Über Wasserspültoiletten gelangen diese Wertstoffe in die Kanalisation. Dort werden sie mit giftigen Haushalts-, Gewerbe- und Straßenabwässern verdünnt und verunreinigt.
Im Klärwerk wird Abwasser energieaufwendig aufbereitet. Stickstoff entweicht dabei ungenutzt zurück in die Atmosphäre und Phosphor wird im Klärschlamm gebunden. Aufgrund der Verdünnung und der Schadstoffbelastung ist eine Nährstoffrückgewinnung aus Abwasser sehr ineffizient. Medikamentenrückstände gelangen übers Abwasser zunehmend in Flüsse, Seen und ins Grundwasser.

Die Kreislaufwirtschaft

Urin ist zwar keimfrei und sehr reich an Nährstoffen, dafür beinhaltet ­
er aber auch den Großteil aller Medikamentenrückstände, die wir Menschen durch den Konsum von Pharmazeutika ausscheiden. Sauber erfasster Urin kann durch moderne Filtertechnik sehr effizient von solchen Schadstoffen befreit und zu Recyclingdüngern aufbereitet werden.

Der Kot und das Einstreumaterial aus der Trenntoilette werden in der Aufbereitungsanlage mit Zuschlagsstoffen wie Grünschnitt, Pflanzenkohle und Gesteinsmehl, durchmischt. Durch die hohe mikrobielle Aktivität entstehen Temperaturen bis 65°C, die sämtlichen Krankheitserregern den Garaus machen. Hierfür sind eine optimale Sauerstoffversorgung und eine gleichmäßige Durchmischung essenziell. Dafür sorgt eine Wendemaschine, die das Substrat regelmäßig durchwühlt. Innerhalb von 2-3 Monaten entsteht ein sehr hochwertiger, hygienisch unbedenklicher und nährstoffreicher Humusdünger. Dank dieses kohlenstoffreichen Substrats wird eine humusaufbauende und klimaschützende Landwirtschaft möglich. Denn so wird klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre entzogen und als wertvoller Humus-Baustein im Boden angereichert, der wiederum die Fruchtbarkeit und Wasser­­speicher­kraft­ des Ackers steigert.

CHANCEN UND POTENZIALE FÜR EIN INNOVATIVES STOFFSTROMMANAGEMENT

DIE SCHÄTZE AUS DEN AUSSCHEIDUNGEN EINES MENSCHEN:
Aus den Ausscheidungen eines Menschen lassen sich im Jahr herstellen:

ca. 100 l Mehrnährstoffdünger aus Urinkonzentrat
ca. 150 l Humusdünger -entspricht einer Speicherung von ca. 105kg CO2

Wertschöpfung statt Entsorgung!

Trockentoiletten sind Anfang und Ende eines produktiven Wertstoffkreislaufs, der Ressourcen aufbaut, anstatt sie zu vernichten:
– Die Wertstoffe Urin und Kot werden an der Quelle erfasst – ohne Verdünnung mit giftigen Abwässern. Dies ermöglicht ein effizientes Nährstoffrecycling und die Elimination von Medikamentenrückständen und Schadstoffen.
– Durch die Aufbereitung von menschlichem Kot entsteht hochwertiger Humus, der unsere Äcker nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern auch zu ihrer langfristigen Fruchtbarkeit beiträgt. Denn Humus sorgt für eine stabile Wasser- und Nährstoffspeicherkraft sowie ein gesundes Lebensgefüge im Boden. Gerade bei zunehmenden Wetterextremen, wie Starkregen und Dürre, ist Humusaufbau unentbehrlich für eine zukunftsfähige und widerstandsfähige Landwirtschaft.
– Gleichzeitig speichert Humus Kohlenstoff im Boden und bietet somit eine unverzichtbare Chance den CO2-Gehalt unserer Atmosphäre aktiv zu senken!
– Wenn Recyclingdünger aus menschlichem Urin und Kot künstlichen Düngemittel ersetzen, spart das enorme Mengen an Energie, weil diese nicht mehr hergestellt werden müssen.
Trockentoiletten entlasten die Kläranlagen und sparen somit viel Energie, die sonst für die Vernichtung von Nährstoffen im Abwasser eingesetzt wird.
– Im Gegensatz zu Gülle, die toxisch auf die Bodenbiologie wirkt, bieten aufbereitete Recyclingdünger aus Trockentoiletten ein ausgewogenes und stabiles Nährstoffverhältnis.
Recyclingdünger aus menschlichem Urin beinhalten bis zu 20 Mal weniger Cadmium als konventionelle Phosphatmineraldünger!

Die Pilotanlage

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Gemeinsam mit den Kreiswerken Barnim entwickelt Finizio eine Pilotanlage zur effizienten und ganzheitlichen Verwertung von Inhalten aus Trockentoiletten zu qualitätsgesicherten Humus-Düngern. Diese Pilotanlage in Eberswalde ist die Einzige ihrer Art in Deutschland, die einen solchen Verwertungsweg für gewerblich gesammelte Inhalte aus Trockentoiletten ermöglicht und ist somit ein Leuchtturm der Kreislaufwirtschaft von überregionaler Bedeutung.